Sambazug Sonderzug Projekte Fans
 
Sambazug nach Riessersee/Bayern


Olé, wir fahr´n nach Neu - Ulm........

Rot - Gelber Sambazug nach Garmisch - Partenkirchen zum SC Riessersee,

Ein Bericht:

Der Tag fing so harmonisch an. Am Morgen des 26.12.99 um 6.00 waren schon fast alle Fans, die im Sonderzug mitfuhren am Düsseldorfer HBF versammelt. Als dann um ca. 6.30 der Sambazug in den Bahnhof einfuhr, versprach es, ein wunderbarer Tag zu werden. Der Zug fuhr dann auch wenig später gegen 6.45 in Düsseldorf ab. Doch dann kam schon die erste Meldung: "Bitte Toiletten nur für kleine Geschäfte benutzen, da man kein Wasser an Bord habe". So fuhr man mit Erwartung auf Wassertanken Mannheim an. Also ging es auch noch mitten durch Köln durch am Rhein entlang bis Mannheim. In Mannheim angekommen zeigte sich dann auch schon das Temperamenteiniger Fans und es wurde aus dem Zug gesungen und gegrölt (Mannheimer Köpfe sind dick,.........).
Nach der Abfahrt in Mannheim ging es weiter, teilweise passierte man
große Eishockey - Stätten (Bietigheim - Bissingen).

Alles ging so weit gut......bis kurz vor Augsburg. Am Anfang war es nur ein
Halt auf freier Strecke. Zu dieser Zeit schrieb man ca.12.30 Uhr. Also hieß es warten auf Weiterfahrt. Doch dann kam die alles schockierende Meldung: "Schwere Sturmschäden auf der Strecke, man müsse abwarten! In und um München herum gehe gar nichts mehr ! "
Ok, war ja noch kein Beinbruch. Das wurde es erst, als man bereits 3 Std. stand, der Haufen Bier - und Coladosen im Abteil immer größer wurde,
und der Anteil der in der Schachtel enthaltenen Zigaretten immer kleiner.
Hätten wir, wie die Express in ihrer Ausgabe vom 27.12. schrieb, im Augsburger Bahnhof gestanden wäre dies auch kein größeres Thema gewesen. Aber  man stand nun mitten in der Pampa, der nächste Zigarettenautomat in unbeschreiblicher Weite entfernt und schaute sich mittlerweile 4 Std. einen Tannenbaum, der an der Strecke stand an. Der Wunsch, diesen zu schmücken wurde auch immer größer.
Dennoch sank die Stimmung im Sambawagen nicht wesentlich und man bereitete sich auf eine bevorstehende Spielverzögerung vor, da die Spieler auch fest hingen. In den Abteilen war dann doch ein bißchen Missstimmung zu spüren und ein kontinuierlich anwachsener Pessimismus, da auch durch die Handybesitzer mit Empfang (!!) die
Gerüchteküche brodelte.
Hier Anpfiff um 21.00 Uhr, da schon um 20.00 Uhr und woanders erst um 22.00 Uhr. Dann erreichte die mittlerweile ein bißchen erschöpften DEG - Fans die Mitteilung, das man versuche uns mit einer zweiten Lok zurück nach Ulm zu schleppen und uns auf einer Ausweichstrecke nach Garmisch fahren zu lassen. Soweit so gut, man wartete also auf die zweite Lok. Diese traf gegen 17.45 Uhr am Sambazug ein und um 18.15 Uhr machte man sich auf die Rückfahrt nach Ulm. Um ca. 19.10 Uhr erreichten wir Neu - Ulm. Das Spiel sollte man regulärer Spielzeit schon angepfiffen sein.

Dann kam der Knaller:

Die Strecken nach Garmisch und München könnten nicht geräumt werden,
die Spieler seien bereits in Garmisch und man werde jetzt mit dem Spiel anfangen. Uns richtet man schöne Grüße aus und man versprach uns Freikarten für nächste Spiele. (Lob an Rolli van Hauten für diese spontane Entscheidung!) Man werde zurück nach Ulm fahren, da 1 Std. pausieren und dann zurück nach Hause fahren. Wer jetzt denkt, die Odyssee wäre jetzt zu Ende, der irrt. Wir sind immer noch mitten drin. Um 19.48 Uhr erfuhr man, das der HBF in Ulm überbelegt sei, und man ließ uns DEG - Fans in Neu - Ulm wegen Verzögerung 1 Std. auf die Innenstadt los.
Man zog also mit ca. 700 Fans durch die Innenstadt von Neu - Ulm.
Natürlich so, wie es sich für DEG - Fans gehört, mitten auf der Straße.
Der erste Dönerladen wurde in Beschlag genommen und man verteilte sich auf der Suche nach was Essbaren in der ganzen Stadt.
Merkwürdig fand man es allerdings schon, das innerhalb der ganzen Stadt auf einmal ca. 20 Polizeiwagen verteilt waren. Zwei Fans (Piet und Rainer aus unserem Abteil) machten sich auf den Weg im Auftrag von Ulli, Würstchen für den Sambawagen zu besorgen. Mit Erfolg, denn sie kauften eine ganze Tankstelle leer. Um ca. 20.50 Uhr trafen dann auch wieder die meisten Fans am Bahnhof ein. Das Spiel stand da schon 1:1. Man ließ sich aber nicht unterdrücken und feuerte die Mannschaft (jedenfalls waren unsere Herzen bei ihnen!) vom Bahnsteig aus an.

Das klang dann ungefähr so:
"In Neu - Ulm, da toben die Fans, und in Garmisch, da tobt die DEG!"
Dank weiterer Verzögerungen fuhren wir gegen 21.43 Uhr aus Neu - Ulm ab. Es ging dann auch wieder alles gut, die Stimmung war prächtig und man fuhr. Aber dann doch nur bis kurz vor Stuttgart. Dort erfuhr man, das man keine Lok hatte, um uns aus dem Kopfbahnhof herauszuziehen. Das war gegen 22.30 Uhr. Man begann also eine Lok aufzutreiben und um 1.15 Uhr ging es dann in Richtung Stuttgart HBF. Dort wechselte man die Lok und  fuhr dann um 1.40 Uhr in Richtung Heimat. Man begab sich in den Sambawagen oder feierte im Abteil. Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, das die DEG 5:3 verloren hatte, was Angesichts der Situation der Spieler auch kein Wunder war. Man dachte sich neue Lieder aus, oder sang altbekannte. (Olé, wir fahrn in Puff nach Barcelona!!! *g*)
In Darmstadt stand man dann aber um 3.30 wieder. Wieder Lokwechsel, weil die Lok nicht befugt war, bis Düsseldorf durchzufahren. Man wechselte also bis 4.25 Uhr. Die weitere Fahrt verlief ohne weitere Probleme. Als man dann im Sambawagen gegen 6.00 Uhr die Freibierfete eröffnete, stieg die Stimmung unter den noch wachen Fans auf ein neues Maximum. Um 8.05 Uhr erreichte man dann endlich Düsseldorf HBF. Hiermit endete die Milleniumfahrt 1999 zum SC Riessersee.
Mir hat es einen Superspaß gemacht und ich werde nächstes Jahr auch wieder mit dem Sambazug fahren. Aber hoffen wir, das wir nächstes Jahr auch ein Spiel zu sehen bekommen. An alle Fans, die das hier lesen und mitgefahren sind, einen rot - gelben Gruß und ich hoffe, man sieht sich beim nächsten Mal wieder, wenn es wieder heißt,
Samba in ROT - GELB !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Zu guter Letzt ein Artikel aus der Neu - Ulmer Zeitung:

500 Eishockey-Fans in Neu-Ulm

Da hatten die 500 Eishockey-Fans aus dem Raum Düsseldorf noch Glück: Ihr Sonderzug auf dem Weg zu einer Partie in Garmisch-Partenkirchen wurde gegen 19.30 Uhr endgültig in Neu-Ulm gestoppt, nachdem sie das Spiel sowieso nicht mehr rechtzeitig erreicht hätten. Laut singend, aber durchweg friedlich, so die Polizei, sind die Sportsfreunde durch Neu-Ulm und Ulm gezogen auf der Suche nach Imbissständen. Gegen 21.30 Uhr konnten sie ihre Heimfahrt nach dem unbefriedigenden Weihnachtsausflug wiederantreten.

Quelle:  NUZ - Online (www.nuz.de)

 
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